Heft 2 - 2004 Körperpsychotherapie

01 Thomas Bronisch und Serge K. D. Sulz

EDITORIAL - „DIE PSYCHOTHERAPIE ENTDECKT DEN KÖRPER”

02 Jochen Peichl

GIBT ES EINE ODER MEHRERE BORDERLINE-STÖRUNGEN? DIE TRAUMATISCHE ERFAHRUNG ALS ORGANISATOR DES BORDERLINE-SPEKTRUMS
IS THERE ONE OR A NUMBER OF BORDERLINE DISORDERS? THE TRAUMATIC EXPERIENCE AS ORGANIZER OF THE BORDERLINE SPECTRUM

03 Thomas Deutschbein

INDIVIDUELLE VERSUS STANDARDISIERTE THERAPIE EINE ANTWORT AUF DEN BEITRAG VON P. FIEDLER „EINE KRITIK (NICHT NUR) DER VERHALTENSTHERAPIE ...”
INDIVIDUAL VERSUS STANDARDIZED THERAPY – AN ANSWER TO THE ARTICLE BY P. FIEDLER „A CRITICISM (NOT ONLY) OF BEHAVIOR THERAPY....” 

04 Thomas Deutschbein

TERRORANSCHLAG UND OPFERHALTUNG EINE ANTWORT AUF DEN BEITRAG VON G. MEINLSCHMIDT/G. KRAMPEN „WELTWEITE PSYCHOPATHOLOGISCHE FOLGEN GRAVIERENDER TERRORAKTE ...”
TERRORIST ATTACK AND VICTIM ATTITUDE AN ANSWER TO THE ARTICLE BY G.MEINLSCHMIDT/G.KRAMPEN “WORDWIDE PSYCHOPATHOLOGICAL CONSEQUENCES OF SERIOUS TERRORIST ATTACKS...” 

05 Christian Gottwald

BEWUSSTSEINSZENTRIERTE KÖRPERPSYCHOTHERAPIE – ANGEWANDTE NEUROWISSENSCHAFT
CONSCIOUSNESS-CENTERED BODY PSYCHOTHERAPY – APPLIED NEUROSCIENCE ?

06 Ottmar Disse

WIE KÖRPERTHERAPIE IM RAHMEN KOGNITIVER VERHALTENSTHERAPIE STATTFINDEN KANN – AUS DER SCHMERZTHERAPEUTISCHEN PRAXIS
SENSORY-MOTOR LEARNING AS A PART OF COGNITIVE-BEHAVIORAL THERAPY WITH CHRONIC PAIN

07 Peter Geißler

ANALYTISCHE KÖRPERPSYCHOTHERAPIE: EINE NEUE METHODE ODER EIN EKLEKTISCHER ANSATZ 
ANALYTIC BODY PSYCHOTHERAPY: A NEW METHOD OR AN ECLECTIC APPROACH?

08 Renate Schwarze

KONZENTRATIVE BEWEGUNGSTHERAPIE BEI ICH-STRUKTURELLEN FRÜHEN SCHÄDIGUNGEN
CONCENTRATIVE MOVEMENT THERAPY (KINESIOTHERAPY) FOR EARLY EGO-STRUCTURAL DAMAGES

09 Albert Pesso (Übersetzung: Barbara Fischer-Bartelmann und Catherine und Marc Walther)

DIE BÜHNEN DES BEWUSSTSEINS 
MEMORY AND CONSCIOUSNESS: IN THE MIND’S EYE, IN THE MIND’S BODY

10 Lowijs Perquin und Albert Pesso

DIE BEHANDLUNG DER FOLGEN VON SEXUELLEM MIßBRAUCH MIT DER PESSO-THERAPIE
TREATING THE EFFECTS OF SEXUAL ABUSE WITH PESSO-PSYCHOTHERAPY (PBSP)

11 Michael Bachg 

MICROTRACKING IN DER PESSO-THERAPIE: BRÜCKENGLIED ZWISCHEN VERBALER UND KÖRPERORIENTIERTER PSYCHOTHERAPIE
MICROTRACKING IN PESSO-THERAPY: A LINK BETWEEN VERBAL AND BODY-ORIENTED PSYCHOTHERAPY 

12 Leonhard Schrenker, Barbara Fischer-Bartelmann

PESSO-THERAPIE IN DER ARBEIT MIT PAAREN EIN FALLBEISPIEL
WORKING WIITH COUPLES IN PESSO-THERAPY

13 Dieter Sandner

REPETITORIUM: DIE BEIDEN GRUNDANSÄTZE IN DER ANALYTISCHEN GRUPPENPSYCHOTHERAPIE (GRUPPENANALYSE)

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Jochen Peichl

GIBT ES EINE ODER MEHRERE BORDERLINE-STÖRUNGEN? DIE TRAUMATISCHE ERFAHRUNG ALS ORGANISATOR DES BORDERLINE-SPEKTRUMS

IS THERE ONE OR A NUMBER OF BORDERLINE DISORDERS? THE TRAUMATIC EXPERIENCE AS ORGANIZER OF THE BORDERLINE SPECTRUM

Zusammenfassung
Aus ätiologischer Sicht ist die Phänomenologie des Borderline-Syndroms das Endergebnis eines Anpassungsprozesses des Gehirns infolge der Einwirkung unterschiedlich strukturierter Traumata aus verschieden Lebensabschnitten in der Biografie eines Menschen. Je nach Einwirkungszeitpunkt und Schwere der Traumata lassen sich unterscheidbare Psychopathologien beschreiben: eine primäre Borderline-Störung in der Frühphase der Kindheit bis zum Abschluss der Wiederannäherungsphase, wie sie von Kernberg als eine Form der Persönlichkeitsstörung beschrieben wurde (kumulative Mikrotraumatisierung), ergänzt und akzentuiert durch schwere psychische, physische und sexuelle Traumatisierungen in der späteren Kindheit (Makrotraumatisierung). Die Einwirkung von Traumata in der Pubertät und Adoleszenz wie auch im späteren Erwachsenleben kann die Ausbildung einer sekundären Persönlichkeitsstörung vor dem Hintergrund einer bis dato latenten psychischen Vulnerabilität erklären, was diagnostisch einer Posttraumatischen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ entspricht. Somit haben wir es also mit einem Borderline-Spektrum zu tun, wobei die Art und der Zeitpunkt der Traumatisierung als Organisator der Störung in Erscheinung treten. 

Schlüsselwörter
Borderline-Störung – Ätiopathologie – Mikrotraumatisierung - Makrotraumatisierung

Summary
From an etiological view, the phenomenology of the borderline syndrome is the final result of an adjustment process of the brain, as a result of the impact of differently structured traumata from various periods of life in the biography of a person. According to the point in time of impact and the severity of the traumata, distinguishable psychopathologies can be described: a primary borderline disorder in the early phase of childhood until the conclusion of the rapprochement (reapproach) phase, as it has been described by Kernberg as a form of personality disorder (cumulative microtraumatization),complemented and emphasized through severe psychological, physical and sexual traumatizations in the later childhood (macrotraumatization). The impact of traumata in puberty and adolescence as much as in later adulthood can explain the development of a secondary personality disorder, on account of a so far latent psychic vulnerability, which corresponds diagnostically with a posttraumatic personality disorder of the borderline type. Therefore we are dealing with a borderline spectrum where the point of time and the kind of traumatization appear as organizer for the disorder.

Keywords 
borderline disorder – etiology – microtraumatization – macrotraumatization

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Thomas Deutschbein

INDIVIDUELLE VERSUS STANDARDISIERTE THERAPIE EINE ANTWORT AUF DEN BEITRAG VON P. FIEDLER „EINE KRITIK (NICHT NUR) DER VERHALTENSTHERAPIE ...”

INDIVIDUAL VERSUS STANDARDIZED THERAPY – AN ANSWER TO THE ARTICLE BY P. FIEDLER „A CRITICISM (NOT ONLY) OF BEHAVIOR THERAPY....” 

Zusammenfassung

Der Beitrag greift die These von P. Fiedler auf, gute Therapeuten hielten sich eng an die Vorgaben ihrer Therapierichtung, und besonders erfolgreich seien Therapeuten, wenn sie Behandlungsmanualen folgten. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Therapiemanuale zwar erfolgreich sein können, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen in Bezug auf die Störung und die Definition von Therapieerfolg. Je komplexer eine Störung ist und je mehr sie in der Persönlichkeit des Patienten verankert ist, desto notwendiger wird ein individuelles Vorgehen des Therapeuten. Der Beitrag plädiert für die Freiheit des Therapeuten, selbst die Therapie zu entwerfen, die für den Patienten am besten ist.

Schlüsselwörter
Therapiemanuale

Summary
This article refers to the proposition of P. Fiedler that effective therapists would organize their treatment along the guidelines of their psychological school of thought and would have a better chance of success by using treatment manuals. The author concludes that the use of therapeutic manuals can be successful, but only when relating to conditions of disorders and the definition of therapeutic success. The more complex a disorder and the more it is embodied within the personality of the patient the more essential an individual approach from the therapist is required. The article pleads for the therapist’s freedom to develop the best course of treatment suitable for the patient.

Keywords
therapeutic manuals

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Thomas Deutschbein

TERRORANSCHLAG UND OPFERHALTUNG EINE ANTWORT AUF DEN BEITRAG VON G. MEINLSCHMIDT/G. KRAMPEN „WELTWEITE PSYCHOPATHOLOGISCHE FOLGEN GRAVIERENDER TERRORAKTE ...”

TERRORIST ATTACK AND VICTIM ATTITUDE AN ANSWER TO THE ARTICLE BY G.MEINLSCHMIDT/G.KRAMPEN “WORDWIDE PSYCHOPATHOLOGICAL CONSEQUENCES OF SERIOUS TERRORIST ATTACKS...” 

Zusammenfassung
Der Beitrag versucht Antworten zu geben auf die Fragen, die G. Meinlschmidt und G. Krampen in ihrem Beitrag über „Weltweite psychopathologische Folgen gravierender Terrorakte und ihrer Jahrestag” stellen. Drei Begriffe werden eingeführt, um die individuelle Reaktion auf den Terroranschlag zu kennzeichnen: Wirkungskraft, Resonanzprinzip und Opferdenken. Der Autor stellt dar, welche Faktoren zu einer Dekompensation in Reaktion auf Terroranschläge führen und wie ihnen entgegengewirkt werden kann.

Schlüsselwörter
Terroranschlag - Hilflosigkeit

Summary
The article tries to answer questions raised by Meinlschmidt and Krampen in their article „Weltweite psychopathologische Folgen gravierender Terrorakte und ihrer Jahrestage” (Wordwide psychopathological Consequences of Major Terrorist Attacks and their Anniversaries). Three concepts are introduced to mark individual reactions on a terrorist attack: Wirkungskraft (efficacy), Resonanzprinzip (principle of resonance) and Opferdenken (victimized thinking). The author describes the factors who lead to decompensations as a result of terrorist attacks und how they can be counteracted.

Keywords 
terrorist attack - helplessness

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Christian Gottwald

BEWUSSTSEINSZENTRIERTE KÖRPERPSYCHOTHERAPIE – ANGEWANDTE NEUROWISSENSCHAFT

CONSCIOUSNESS-CENTERED BODY PSYCHOTHERAPY – APPLIED NEUROSCIENCE ?

Zusammenfassung
Die Praxis einer bewusstseinszentrierten Körperpsychotherapie wird unter neurobiologischen Gesichtspunkten dargestellt. Menschliche Begegnungen und in noch höherem Maße eine bewusstseinszentrierte Körperpsychotherapie verändern die organische Struktur des Gehirns. Menschen können lernen, ihre erlebte Welt bewusst mitzugestalten. In einer aufbauenden Körperpsychotherapie kann über die Veränderung von Atem-, Stimm- und Haltungsmustern das Erleben und Verhalten unmittelbar beeinflusst werden. Bei stärker gestörten Patienten können die dem Erleben und Verhalten zugrunde liegenden dispositionellen Repräsentationen (A. Damasio) und die entsprechenden neuronalen Muster aufgerufen werden. Die grundlegenden Erinnerungen können wieder aufgesucht werden. Die frühen emotionalen Erfahrungen des Kindes werden hier und jetzt zugänglich für verkörperte korrigierende Neuerfahrungen. Ein experimentelles Vorgehen in einer Bewusstseinshaltung von Achtsamkeit ist auch aus neurobiologischer Sicht sinnvoll. Es erlaubt, dass Patienten ihre verkörperte Seele immer feiner bemerken und den therapeutischen Prozess immer angemessener beeinflussen können.

Schlüsselwörter
Neurobiologie – Körperpsychotherapie – Achtsamkeit – Bewusstseinszentrierung - experimentelles Vorgehen

Summary
The practice of a conciousness-centered body psychotherapy is presented from a neurobiological perspective. Human encounters and, to an even greater extent, a consciousness-centered body psychotherapy change the organic structure of the brain. People can learn to conciously cocreate their experienced  world. In a constructive body psychotherapy, the experience and behaviour can be influenced immediately by changing patterns of breath, voice and posture. For stronger disturbed patients the dispositional representations (A. Damasio) forming the basis of experience and behaviour and their corresponding neuronal patterns can be called up. The basic memories can be revisited. The early emotional experience of a child will be accessible for personified corrective new experience here and now. From a neurobiological point of view, an experimental approach with an attentive process attitude is sensible. It allows patients to perceive their personified soul more subtle and to influence the therapeutic process more appropriately.

Keywords
Neurobiology – body psychotherapy –  attentiveness – centering of consciousness – experimental approach

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Ottmar Disse

WIE KÖRPERTHERAPIE IM RAHMEN KOGNITIVER VERHALTENSTHERAPIE STATTFINDEN KANN – AUS DER SCHMERZTHERAPEUTISCHEN PRAXIS

SENSORY-MOTOR LEARNING AS A PART OF COGNITIVE-BEHAVIORAL THERAPY WITH CHRONIC PAIN

Zusammenfassung
Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen auf Wechselwirkungen zwischen Körpererfahrung, gestörtem menschlichen Bewegungsverhalten und somatoformen Schmerzen. Bei chronischen Schmerzen geht man von einer lang anhaltenden Störung des Gleichgewichts zwischen Belastung und Belastbarkeit aus, wobei häufig das kognitiv-willensmäßige System sich Systeme, die zu autonomer Regulation fähig sind, unterwirft und die regulatorischen Prozesse (z.B. des Vegetativums oder der Psychomotorik) missachtet. Dies bedingt eine dysfunktionale psychomotorische Selbstregulation bei vielen Schmerzpatienten. Das eingeschränkte Körpergefühl erschwert ihnen darüber hinaus die effektive Umsetzung weiterer Therapien erheblich Vorgestellt wird ein Weg, den Kontakt zwischen Körper und Ich zu verbessern. Er lehnt sich an die Ergebnisse der Psychomotorikforschung sowie an Vorstellungen der Haltungs- und Aufbauschulen an und nutzt imaginative Verfahren und Visualisierung um aus der entspannten Aufmerksamkeit spielerisch Bewegungsmöglichkeiten zu erforschen und die Sensibilität für den Körper zu steigern. Der Fokus des Patienten wird auf die damit verbundenen kinästhetischen Wahrnehmungen und die begleitenden Emotionen und Kognitionen gelenkt, in einem Verbalisierungstraining wird der Lernprozess zu beschleunigt und intensiviert. Aus dem anfänglichen „full catastrophy learning” (Kabat-Zinn) in der Begegnung mit dem schmerzhaften Körper entsteht hierbei ein psychomotorisches Training im Sinne körperlicher Selbstwahrnehmung, eines Körpergefühls abseits des Schmerzes und der Reduzierung schmerzreaktiver Körperbildstörungen.

Schlüsselwörter
Chronischer Schmerz – Psychomotorik – Körperbild

Summary
There is much evidence for interaction between physical awareness, disturbed human kinetics and somatoform pain disorders. It is supposed, that chronic pain patients overstrain their bodily resistance, while their cognitive-intentional system ignores the patterns of the autonomic nervous system or psychomotor skills. This causes dysfunctional self-regulation and movement behavior causing severe pain. 

Increased sensory-motor awareness is supposed as a basic skill in coping with chronic pain.

Physical awareness in pain patients follows research in psychomotor learning, body-image, sensory-motor and mental training. 

First step is a modified Progressive Relaxation, aiming at relaxed awareness sensitivity for the body, followed by exercises on mindfulness and visualization like the body-scan. The improved sensory-motor awareness is used in modifying poor posture an reawakening the mind’s control of movement using somatic exercise basing on Feldenkrais´ and Alexander’s principles. This process is accompanied by a verbalization training for a faster and more intensive motor-skill-learning. Sensory-motor awareness and psychomotor learning improve inner perception, mindfulness and movement behavior. Pain inducted poor body-image and motor disorder in pain patients are reduced with the consequence of better coping with pain and pain reduction.

Keywords
Chronic pain – sensory-motor awareness–  body-image

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Peter Geißler

ANALYTISCHE KÖRPERPSYCHOTHERAPIE: EINE NEUE METHODE ODER EIN EKLEKTISCHER ANSATZ 

ANALYTIC BODY PSYCHOTHERAPY: A NEW METHOD OR AN ECLECTIC APPROACH? 

Zusammenfassung
Es wird der Frage nachgegangen, ob es sich bei analytischer Körperpsychotherapie um einen eigenständigen Therapieansatz handelt, oder um ein eklektisches Verfahren. Deutlich ist, dass die Diskussion darüber noch ganz in Fluss ist. Systemtheoretische Überlegungen sollen deutlich machen, dass eine solche Verunsicherung im Grunde genommen produktiv und auch gegenstandsangemessen ist. Wichtig erscheint dem Autor das Akzeptieren der Begrenztheit jedes methodischen Zugangs und das Erkennen möglicher Größenfantasien, die dem Akzeptieren solcher Grenzen entgegenstehen – ein schmerzlicher Erfahrungsbereich, dem wir uns als Therapeuten selbst zu stellen haben, um ihn auch in der Arbeit mit unseren Patienten angemessen durcharbeiten zu können. 

Schlüsselwörter
Analytische Körperpsychotherapie – Handeln – Körper – Körperpsychotherapie – Psychoanalyse

Summary
It is questioned wether analytic body psychotherapy is an independent therapeutic approach or an eclectic procedure. Obviously it is still subject of discussion. Systemtheoretical considerations are to show that such an uncertainty is basically productive and object appropriate. The acceptance of the limitations of every methodical approach and the recognition of possible magnitude fantasies which oppose the acceptance of such limitations seems important to the author – a painful empirical area we as therapists have to face to be able to work through it appropriately in the work with our patients.

Keywords
Analytic body psychotherapy – operate – body – body psychotherapy - psychoanalysis

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Renate Schwarze

KONZENTRATIVE BEWEGUNGSTHERAPIE BEI ICH-STRUKTURELLEN FRÜHEN SCHÄDIGUNGEN

CONCENTRATIVE MOVEMENT THERAPY (KINESIOTHERAPY) FOR EARLY EGO-STRUCTURAL DAMAGES

Zusammenfassung
Die Konzentrative Bewegungstherapie ist eine leiborientierte psychotherapeutische Methode auf der Basis entwicklungspsychologischer und tiefenpsychologischer Denkmodelle. Durch die konzentrative Beschäftigung mit frühen Erfahrungsebenen (einfühlend und handelnd) werden Erinnerungen belebt. Sie erscheinen im körperlichen Ausdruck als Haltung, Bewegung und Verhalten und können bis in die vorverbale Zeit zurückreichen. In den Angeboten zur Wahrnehmung und Bewegung wird ein Erfahrungsraum im Hier und Jetzt geschaffen. Durch Sprechen wird das Erlebte bewusst verfügbar. Menschen mit frühen Schädigungen sind durch Sprache schwer zu erreichen. Die KBT bietet mit ihrer Möglichkeit des „Körperdialoges“ und der Arbeit mit Gegenständen als Realobjekte oder Symbole zum szenischen Gestalten Erfahrungsmöglichkeiten an. Speziell bei frühen Störungen leistet die Therapeutin Übersetzungsarbeit der entstandenen Bilder. Die Beziehung Therapeutin – Patientin im bewussten und unbewussten Gestalten der therapeutischen Situation ist ein wesentlicher Wirkfaktor. Speziell bei der frühen Störung leistet der Therapeut Übersetzungsarbeit der entstandenen Bilder. Korrigierende Erfahrung im Bereich der Basisdefizite ist ein Schwerpunkt.

Schlüsselwörter 
Begreifen: sensomotorisch und verbal - Nachreifung – Selbstempfinden – Wahrnehmungsfunktionen – Körperdialog – szenisches Gestalten und entschlüsseln

Summary
Concentrative movement therapy (kinesiotherapy) is a body-oriented psychotherapeutic method based on developmental psychologic and depth psychologic theoretical models. Through the concentrative engagement with early levels of experience (empathic and in behaviour), memories will be animated empathic and in behaviour. In physical expression they appear as posture, movement and behaviour and can go back into the preverbal period. In offering perception and movement, a space of experience in the here and now is being created. Through speech, the experienced becomes conciously available. People with early damages are hard to reach by speech. With its possibility of „body dialogue” and the work with objects as reality objects or symbols for scenic creation, the KBT (concentrative movement therapy) offers experiental possibilities. Especially with early disorders, the therapist performs translation work of emerged images. The relationship therapist– patient in the concious and unconcious creation of the therapeutic situation is a major effective factor. Corrective experience in the area of basis deficiency is a  main focus.

Keywords 
borderline personality – etiology - constitutional factors – microtrauma - macrotrauma

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Albert Pesso (Übersetzung: Barbara Fischer-Bartelmann und Catherine und Marc Walther)

DIE BÜHNEN DES BEWUSSTSEINS 

MEMORY AND CONSCIOUSNESS: IN THE MIND’S EYE, IN THE MIND’S BODY 

Zusammenfassung
Die Zusammenhänge zwischen Körperwahrnehmung und Bewusstsein einerseits, zwischen Erinnerung und Wahrnehmung andererseits, werden von Al Pesso in diesem Artikel als Grundlage der Arbeitsweise der Pesso-Therapie (Pesso Boyden System Psychomotor, PBSP) dargestellt. Die Pesso-Therapie verfügt über ausgefeilte Techniken, um den in Körperempfindungen und -symptomen enthaltenen unterdrückten Gefühlsausdruck wieder zu entschlüsseln. Mit Hilfe der Technik des Microtrackings können die Erinnerungsspuren, die das gegenwärtige Bewusstsein formen und beeinträchtigen, identifiziert werden. Die relevanten historischen Szenen werden auf der virtuellen, zeitlich beweglichen Bühne der Struktur dargestellt und sorgfältig als äußere Entsprechung zur inneren Bühne des geistigen Auges konstruiert. Alternativ zu diesen Interaktionserfahrungen können dann neue, heilsame „Erinnerungen” konstruiert werden, die den genetisch verwurzelten Erwartungen an Interaktionen besser entsprechen. Sie werden, assoziiert mit den realen historischen Erinnerungen, im geistigen Körper abgespeichert. Die dabei gemachte neue Körpererfahrung und die synthetischen heilsamen Erinnerungsbilder sind in der Lage, Bewusstsein und Wahrnehmung auf dieselbe Weise neu zu prägen, wie die ursprünglichen beeinträchtigenden dies zuvor taten.

Schlüsselwörter
Pesso-Therapie – PBSP – Körperpsychotherapie – Gedächtnis – Bewusstsein – somatische Marker

Summary
Al Pesso presents in this article the newest findings of Neurophysiology as a background of understanding the techniques of Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP) or Pesso-Therapy. The connections between the perception of the body and consciousness on the one hand and between memory and perception on the other provide the neurological basis for the refined techniques of this psychotherapeutic approach. These techniques understand body symptoms as unexpressed emotional expression and offer ways to create a safe arena for expressing feelings in a carefully created setting. By „microtracking” feelings and thoughts, relevant historical events can be identified. They are „antidoted” with such experiences that would have done justice to the genetically progammed expectations for life-enhancing interpersonal interactions. For this purpose, Pesso-Therapy constructs the symbolic stage of a „Structure”, so that the actual eye can perceive the externalized scene exactly matching the inner eye’s perception of remembered events. The mind’s body will be activated by those memories and produce the original body state in the actual body. Similarly, the new, healing visual-tactile-kinaesthetic-auditory impressions of the actual body will be stored by the mind’s body, in association with the original memories. These new, synthetic memories and body experiences will then be able to shape present consciousness and perception in the same way the original ones did, but now in support of a happier present day life.

Keywords
Pesso-therapy – PBSP – body-oriented psychotherapy – memory – consciousness – somatic markers

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Lowijs Perquin und Albert Pesso

DIE BEHANDLUNG DER FOLGEN VON SEXUELLEM MIßBRAUCH MIT DER PESSO-THERAPIE

TREATING THE EFFECTS OF SEXUAL ABUSE WITH PESSO-PSYCHOTHERAPY (PBSP)

Zusammenfassung
Die Erfahrung von sexuellem Missbrauch beeinträchtig in erheblicher Weise sowohl den Kontakt mit dem eigenen Körper wie auch den zu anderen Menschen. Das Körperliche soll darum in der Behandlung der Folgen von sexuellem Missbrauch einen Platz bekommen. Dieser Artikel zeigt auf, wie die Pesso-Therapie mit den Problemen umgeht, die auftreten, wenn der Körper in der Therapie mit einbezogen wird. Dem Klienten wird durch den strukturierten Kontext einer Gruppe die Möglichkeit gegeben, Emotionen körperlich zu äußern und die Befriedigung von Grundbedürfnissen auf eine symbolische Weise zu erleben. Durch die systematische Art, in der der Körper in die Therapie einbezogen wird, kann der Klient erfahren, dass seine körperliche Integrität respektiert wird und dass er dem eigenen Körper vertrauen kann. Nach einer Übersicht über die Folgen von sexuellem Missbrauch werden die therapeutischen Interventionen anhand von acht Themen in einem Fallbeispiel dargestellt. 

Schlüsselwörter
Sexueller Missbrauch – Pesso-Psychotherapie – Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP) – Gruppentherapie – Trauma - Körpertherapie

Summary
The traumatic experience of sexual abuse causes long-lasting disturbance in the ability to be in contact with one’s own body as well as being in contact with other human beings. The treatment of the consequences of sexual abuse should attend to bodily phenomena. 

This article demonstrates how Pesso-Psychotherapy overcomes some of the potential complications of applying bodily therapeutic interventions by offering the client a structured context in a group setting, in which the expression of emotions and the fulfilment of basic needs on a physical level are enabled. An overview of the consequences of sexual abuse is followed by an overview of the therapeutic interventions of Pesso-psychotherapy in eight steps, demonstrating a clinical case example. 

Keywords
sexual abuse – trauma - psycho-trauma - Pesso-pyschotherapy - Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP) - group therapy – body-based therapy

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Michael Bachg 

MICROTRACKING IN DER PESSO-THERAPIE: BRÜCKENGLIED ZWISCHEN VERBALER UND KÖRPERORIENTIERTER PSYCHOTHERAPIE

MICROTRACKING IN PESSO-THERAPY: A LINK BETWEEN VERBAL AND BODY-ORIENTED PSYCHOTHERAPY  

Zusammenfassung
Das Microtracking stellt eine hoch spezialisierte Form des psychotherapeutischen Dialogs dar, in dem es darum geht, alle Aspekte des gegenwärtigen Bewusstseins des Patienten, d.h. Wahrnehmung, Handlung, Emotion und Kognition, minutiös zu verfolgen. Die im Gesicht und im Körper des Patienten erkennbaren Emotionen werden durch die Benennung des Gefühls, welches das Erleben dieser Emotion für den Patienten treffend beschreibt, in sein Bewusstsein gehoben. Zentrales Merkmal dieser Sequenz von Emotion, Gefühl und Bewusstsein ist ihre Körperbezogenheit. Die theoretischen Grundannahmen über die Bedeutung von Erinnerungsprozessen für das gegenwärtige Bewusstsein sowie die enge automatisierte Verknüpfung zwischen Wahrnehmung und Handlung werden ausführlich geschildert. Anschließend werden der Prozess und die Ziele des Microtrackings als zentrales Element in PBSP (Pesso Boyden System Psychomotor) praxisnah dargestellt und erläutert.

Schlüsselwörter
Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP) –– Pesso-Therapie – Microtracking – Körperpsychotherapie – Psychotherapie – Gruppentherapie

Summary
Microtracking is a highly specialized form of psychotherapeutical dialogue in which all aspects of the patient’s present consciousness such as perception, action, emotion, and cognition are precisely tracked. The patient’s emotions, recognizable in his face and body are brought to his consciousness by naming the feeling in a manner which precisely describes the way the patient is experiencing this emotion. The special characteristic of microtracking this sequence of emotion, feeling, and consciousness is its body orientation. The basic theoretical assumptions about the relevance of memory for present consciousness as well as the close and automatic link between perception and action are described in detail. Subsequently the goals and process of microtracking will be described and explained by means of practical examples.

Keywords
Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP) –– Pesso-therapy – microtracking – body–centered pychotherapy – psychotherapy – group-therapy

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Leonhard Schrenker, Barbara Fischer-Bartelmann

PESSO-THERAPIE IN DER ARBEIT MIT PAAREN EIN FALLBEISPIEL

WORKING WIITH COUPLES IN PESSO-THERAPY

Zusammenfassung
Dieser Artikel gibt eine therapeutische Arbeit (Pesso-“Struktur”) mit einem Klientenpaar in einer akuten Krise (befürchtetes Krebsrezidiv) wieder. Die verschiedenen Phasen der therapeutischen Arbeit (Wahre Szene, Historische Szene, Antidot-Szene, Integration) werden wörtlich dargestellt, so dass man sowohl die Interventionen als auch die Reaktionen der Klienten Schritt für Schritt nachvollziehen kann. Einleitend stellt ein kurzer Überblick die verschiedenen Möglichkeiten dar, mit den Mitteln der Pesso-Therapie an Paar-Themen zu arbeiten. Kommentare im Verlauf der Struktur erläutern die verschiedenen Schritte der Arbeit aus der Sicht der Pesso-Therapie sowie für die Paar-Arbeit spezifische Gesichtspunkte, die an diesem Fallbeispiel deutlich werden. 

Schlüsselwörter
Pesso-Therapie – PBSP – Psychotherapie – Paartherapie – Körperpsychotherapie - Gruppentherapie

Summary
This article pictures a therapeutic session (Pesso-”Structure”) with a client couple in an acute crisis situation (feared relapse of cancer). The different phases of the therapeutic process (True Scene, Historical Scene, Antidote-Scene, Integration) are represented word for word, so that the reader can follow both the therapist’s interventions and the clients’ reactions step by step. A short introduction gives an overview on different ways of working with couple issues in Pesso Boyden System Psychomotor. Theoretical comments in the course of the structure explain both the different steps of the process on the background of PBSP theory, and those aspects specific to couple therapy that are relevant for this case.

Keywords
Pesso-therapy – PBS P– psychotherapy - couple therapy -body-based therapy - group therapy

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