Tiefenpsychologisch oder Psychoanalytisch kombiniert mit Tiefenpsychologie
Es stellt sich vielen die Frage, ob es derzeit noch oder um so mehr Sinn macht, den psychoanalytischen Schwerpunkt zu wählen. Gehen wir wieder von den geltenden Psychotherapie-Richtlinien aus, dann ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) derzeit auf folgende Indikationen begrenzt: Störungen, bei denen
a) aktuell wirksame neurotische Konflikte vorliegen. Dabei soll das Vorgehen konfliktzentriert sein und regressive Prozesse einschränken.
b) längerfristige, haltgewährende therapeutische Beziehung im Rahmen einer niederfrequenten Therapie erforderlich ist.
Dagegen ist der Gegenstand der psychoanalytischen Therapie (PA) die Behandlung sowohl der neurotischen Symptomatik, des neurotischen Konfliktstoffs und der zugrunde liegenden neurotischen Struktur des Patienten. Psychoanalytisches Vorgehen setzt das therapeutische Geschehen mit Hilfe der Übertragungs-, Gegenübertragungs- und Widerstandsanalyse unter Nutzung regressiver Prozesse in Gang und fördert diese (so Psychotherapie-Richtlinien BI1.1.2). Der Unterschied beider Verfahren liegt einerseits in dem sehr viel weiter gefaßten Indikationsbereich (incl. strukturelle Störungen) und andererseits in der Art des therapeutischen Vorgehens, das sehr viel genauer gefaßt ist als dasjenige der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.
Das spätere Berufsfeld des Psychoanalytikers ist befriedigender als bei ausschließlicher Befugnis zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, die aufgrund ihrer zeitlichen Begrenzung auf max. 100 Stunden bei manchen Störungsbildern oft an ihre Grenzen stößt.
Bei eine kombinierten Ausbildung PA und TP hat der Therapeut einen größern Spielraum, um patientengerecht zu entscheiden.
Zu Beginn Ihrer Ausbildung bei uns müssen Sie noch nicht entscheiden, welchen Schwerpunkt Sie wählen, zumal beide Verfahren zunächst identisch im Aufbau sind. Sie können dieses Thema insofern noch etwas aufschieben. Erst wenn Sie sich überlegen. Ihre Selbsterfahrung 120 oder 250 Stunden lang machen zu wollen, ist diese Entscheidung fällig.



