Lernbegriffe
Verzeichnis lernpsychologischer und verhaltenstheoretischer Begriffe
1.Modellernen: Übernahme eines Verhaltens nach Beobachten eines Vorbildes.
2.Klassische Konditionierung: Erwerben einer Reaktion in der Qualität eines Reflexes (Reiz —— Reaktion).
3.Löschung:
a) bei der klassischen Konditionierung: Ausbleiben der Reaktion, nachdem der konditionierte Stimulus dargeboten worden ist.
b) beim instrumentellen Lernen: Verlernen eines instrumentellen Verhaltens durch Ausbleiben positiver Konsequenzen.
4.Generalisierung: Übertragen von Lernerfahrungen in einer Situation auf andere, ähnliche Situationen; d. h. eine Reaktion erfolgt auch nach einem anderen, ähnlichen Reiz.
5.Diskriminationslernen: Einschränken der Generalisierung auf andere Situationen durch Spezifizierung der Kriterien.
6.Operante Konditionierung (=instrumentelles Lernen): Eine Reaktion nimmt an Häufigkeit zu, wenn ihr kontingent ein als positiv erlebtes Ereignis (Verstärker) folgt.
7.Positive Verstärkung: (Angenehme) Konsequenz auf ein gezeigtes Verhalten, die die Auftretenshäufigkeit oder -wahrscheinlichkeit dieses Verhaltens erhöht.
8.Bestrafung: (Unangenehme) Konsequenz auf ein gezeigtes Verhalten, die die Auftretenshäufigkeit oder Wahrscheinlichkeit dieses Verhaltens senkt (unterdrückt).
9.Negative Verstärkung: Beendigung eines unangenehmen Zustands auf ein Verhalten hin.
10.Indirekte Bestrafung: Verlust eines Privilegs (eines positiven Verstärkers) auf ein Verhalten.
11.Diskriminativer Stimulus:
a) S (delta) = Hinweisreiz, daß auf ein bestimmtes Verhalten eine Verstärkung folgen wird.
b) S (theta) = Hinweisreiz, daß auf ein bestimmtes Verhalten keine Verstärkung folgen wird.
12.Intermittierende Verstärkung: Die Belohnung auf ein gezeigtes Verhalten erfolgt relativ selten und unregelmäßig. Dies ist eine besonders änderungsresistente Form der Verstärkung.
13.Sukzessive Annäherung: Jeder Versuch von Verhalten in die gewünschte Richtung findet lobende Beachtung.
14.Differentielle Verstärkung: Nur noch dasjenige Verhalten wird belohnt, das relativ nahe an das gewünschte Verhalten herankommt.
15.Verhaltensformung: Aufbau eines komplexen Verhaltens (durch 13. und 14.)
16.Kontingenz: Lernprozesse nach dem Paradigma des klassischen und operanten Lernens finden nur statt, wenn die Verknüpfung von Reiz und Reaktion kontingent erfolgt, d. h. eine Konsequenz dann und nur dann erfolgt, wenn eine spezielle Reaktion vorausging.



